INTERVIEW MIT DR. THILO VON TROTHA
Wie kam es zur Gründung der "Akademie für RedenSchreiben"?
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Ich bin in Weimar aufgewachsen und wollte durch die Gründung das unterstützen, was wir heute "Zusammenwachsen Deutschlands nach innen" nennen. Ich will dazu beitragen, die Sprache, die sich in Ost und West auseinander entwickelt hat, wieder zusammen zuführen. Außerdem möchte
ich einen kleinen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung der Region
leisten
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Wer nimmt an den Seminaren der Akademie teil?
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Die Akademie hat 1990 ihre praktische Tätigkeit aufgenommen und bisher über 1000 Redenschreiber aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz aus- und weitergebildet. Viele Führungskräfte großer Firmen, von ABB über Bayer, Bertelsmann und Deutsche Bank bis RWE Energie, von der Telekom über VW bis Zanders und sehr viele Manager des deutschen Mittelstandes haben sich in der Akademie ausbilden lassen. Des weiteren haben Landräte aus Ost und West sowie Angehörige aus Bundes- und Landesministerien an den Redenschreiber-Seminaren teilgenommen. Lernziel der Teilnehmer ist, die Fähigkeit zu verbessern, überzeugende Redetexte - für sich oder für andere zu
schreiben.
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Wie kann das Redenschreiben gelernt werden?
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Am besten durch "learning by doing". Das Handwerkszeug des guten Redenschreibers, die "Botschaft", die "sieben Sterne" und was getan werde muss, sie zu erreichen, werden in den Intensivseminaren der "Akademie für RedenSchreiben" gelehrt.
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Welche Voraussetzungen muss ein erfolgreicher Redenschreiber mitbringen?
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Es gilt der Grundsatz: poeta nascitur, orator fit - der Dichter wird
geboren, der Redner wird gemacht. Der Redenschreiber ebenso. Wer diese
Kunst erlernen will, sollte sowohl Phantasie als auch Sensibilität für
und Freude an Sprache mitbringen.
Vor allem: Er braucht die Fähigkeit, sich schnell in fremde Sachverhalte
einzuarbeiten und die Bereitschaft zu gründlichem Denken. Wer das
kann, braucht nicht auf den Musenkuss zu warten.
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Was kritisieren Sie an deutschen Reden?
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Es gibt in Deutschland nur wenige Menschen, die es verstehen, durch
Reden zu überzeugen. Ein Teil der Politikverdrossenheit kommt gewiss daher, dass es zum Beispiel den Politikern nicht gelingt, ihre Meinungen glaubwürdig, d. h. überzeugend und damit Mehrheiten bildend, vorzutragen. Ich möchte meinen Beitrag dazu leisten, die Redekultur in Deutschland zu verbessern und das Fehlen von Debating-Clubs auszugleichen, in denen die Engländer während ihrer Schul- und Studienzeit systematisch den Umgang mit Rede, Redenschreiben und Sprache lernen können.
In der arbeitsteiligen, demokratisch verfassten
Gesellschaft geschieht Führung durch Rede und Sprache. Den richtigen
und verantwortungsvollen Umgang mit beiden zu lehren, ist mein Ziel. |
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