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Zitate des Jahres"
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Zitat |
Thema |
Autor | |
| 1 | Die
Redner sprechen grundsätzlich
in freiem Vortrag. |
Freie Rede |
§ 33 der Geschäftsordnung des deutschen Bundestages
| |
| 2 | Zuerst
verändern sich die Begriffe,
|
SPRACHE |
aus China
|
|
| 3 | Ich fürchte
mich so vor der Menschen Wort. Mich bangt auch ihr Sinn, Ich will immer warnen und Mich bangt auch ihr Sinn, Ich will immer warnen und |
Kraft des Wortes |
Rainer Maria Rilke,(1875 - 1926), eigentlich René Karl Wilhelm Johann Josef Maria, österreichischer Erzähler und Lyriker | |
| 4 | Schweigenkönnen
zeugt von Kraft |
Redefreiheit |
Karl
Julius Weber, 1767-1832, dt. Schriftsteller
und Philosoph
| |
| 5 | O seltenes Glück
der Zeiten, in denen du sagen darfst,
was du willst, und sagen kannst,
was du denkst. |
Publius Cornelius Tacitus (um 55 - um 120), röm. Geschichtsschreiber | ||
| 6 | Die Freiheit zu
schweigen ist Teil der Redefreiheit. |
freiheit zu Schweigen | Erhard Eppler (*1926), dt. Politiker (SPD), 1968- 74 Bundesmin. f. wirtschaftl. Zusammenarbeit | |
| 7 | In den Diktaturen darf man nichts sagen, muss alles nur denken. In der Demokratie darf man alles sagen, aber keiner ist verpflichtet, sich dabei etwas zu denken. | Willi Ritschard (1918-83), schweizer. Gewerkschafter u. Politiker, s. 1974 Bundesrat, 1978 Bundespräs. | ||
| 8 | „Gerühmt muss sein", hat Paulus einmal gesagt, "auch wenn es nichts nützt. |
laudatio |
2. Kor. 12,1 | |
| 9 | Darum reden wir nicht, als wollten wir den Menschen gefallen, sondern Gott. |
Lauterkeit |
2. Thessalonicher 2.4 | |
| 10 | Es ist besser zu schweigen und als Idiot verdächtigt zu werden, als zu reden und dadurch alle Zweifel zu beseitigen. |
Denken und reden |
Abraham
Lincoln (16. Präsident d. USA) | |
| 11 | Sei ernsthaft, bescheiden, höflich, ruhig, wahrhaftig. Rede nicht zuviel. Und nie von Dingen, wovon Du nichts weißt. |
Ratschläge |
Adolf Freiherr von Knigge, 1752 - 1796, deutscher Jurist, Beamter und Satiriker | |
| 12 | Nie kann man Recht und erlaubte Ursache haben, anders zu sprechen als man denkt. Wohl aber kann es Gründe geben, nicht alles zu sagen was man denkt. |
wahrhaftig und glaubwürdig |
Adolf Freiherr von Knigge, 1752 - 1796, deutscher Jurist, Beamter und Satiriker | |
| 13 | Wir wollen uns weigern, das zu sagen, was wir nicht denken. |
wahrhaftig und glaubwürdig |
Alexander Issajewitsch Solschenizyn, *1918, russ Schriftsteller und Dramatiker | |
| 14 | Man soll nur so lange reden, wie man auf einem Bein stehen kann |
Redelänge |
Alter Spruch | |
| 15 | Das Schwierige am Diskutieren ist nicht den eigenen Standpunkt zu verteidigen, sondern ihn zu kennen. |
persönlich |
André Maurois, 1887-1967, frz. Schriftsteller | |
| 16 | Es herrschte das größte Durcheinander, der eine schrie dies, der andere das, und die meisten wussten nicht einmal mehr, warum sie sich eigentlich versammelt hatten |
Redeanlass |
Apostelgeschichte 19,22 | |
| 17 | Es ist die Schlichtheit, die den Ungebildeten mehr Erfolg bei öffentlichen Reden haben lässt als den Gebildeten. - |
einfach und KLAR |
Aristoteles, 384-322 v.Chr., gr. Philosoph | |
| 18 | Worte sind Luft. Aber die Luft wird zum Wind, und der Wind macht die Schiffe segeln. |
Führung |
Arthur Koestler, 1905–1983, brit.-ung. Schriftsteller | |
| 19 | Die erste, ja für sich allein beinahe ausreichende Regel des guten Stils ist diese, dass man etwas zu sagen habe. |
Botschaft |
Arthur Schopenhauer 1788 - 1860, deutscher Philosoph | |
| 20 | Man muss denken, wie die wenigsten und reden wie die meisten. |
Denken und Reden |
Arthur Schopenhauer 1788 - 1860, deutscher Philosoph | |
| 21 | Für eine gelungene Rede gebrauche gewöhnliche Worte und sage ungewöhnliche Dinge. |
klar und einfach |
Arthur Schopenhauer 1788 - 1860, deutscher Philosoph | |
| 22 | Nichts ist schwerer, als bedeutende Gedanken so auszudrücken, dass sie jeder verstehen muss. |
klar und einfach |
Arthur Schopenhauer 1788 - 1860, deutscher Philosoph | |
| 23 | Nur stets zu sprechen, ohne was zu sagen, das war von je der Redner größte Gabe. |
Phrasen |
August Graf von Platen (796 - 1835, deutscher Dramatiker, Theaterschriftsteller und Lyriker | |
| 24 | In Dir muss brennen, was Du in andern entzünden willst |
Motivation |
Augustinus von Hippo, 354-430, kath. Kirchenlehrer | |
| 25 | Der Zuhörer ist nur dann wirklich gewonnen, wenn er liebt, was du versprichst, fürchtet, was du androhst, hasst, was du anklagst, gern tut, was du empfiehlst, bedauert, was du bedauernswert nennst. |
persönlich |
Augustinus von Hippo, 354-430, kath. Kirchenlehrer | |
| 26 | Der Redner ist einer, der bewirkt, dass die Menschen mit den Ohren zu sehen vermögen. |
bildhaft |
aus Arabien | |
| 27 | Kalter
Tee und kalter Reis mögen
noch hingehen, |
persönlich |
aus China | |
| 28 | Die Wissenden reden nicht viel, die Redenden wissen nicht viel. |
REDEN und Schweigen |
aus China | |
| 29 | Achte
auf Deine Gedanken |
Denken und Reden |
Aus dem Talmud | |
| 30 | Iß keine
großen Bissen, |
einfach und KLAR |
aus Griechenland | |
| 31 | Am Klange erkennt man das Metall, an der Rede den Menschen. |
persönlich |
Balthasar Gracián y Morales, 1601 - 1658, spanischer Jesuit, Moralphilosoph und Schriftsteller | |
| 32 | Sicherlich würde das menschliche Leben weit glücklicher verlaufen, wenn der Mensch ebenso gut zu schweigen wie zu reden vermöchte. Aber die Erfahrung lehrt uns mehr als genug, dass der Mensch nichts so schwer beherrscht wie seine Zunge. |
Reden und Schweigen |
Baruch de Spinoza, 1633-1677, niederl. Philosoph | |
| 33 | Gehen nach Orten, die durch Gehen nicht erreicht werden können, muss man sich abgewöhnen. Reden über Angelegenheiten, die durch Reden nicht entschieden werden können, muss man sich abgewöhnen. Denken über Probleme, die durch Denken nicht gelöst werden können, muss man sich abgewöhnen. |
Rede |
Bertolt Brecht, 1898-1956, dt. Schriftsteller und Regisseur
| |
| 34 | Wer nicht redet wird nicht gehört | Helmut Schmidt, Bundeskanzler | ||
| 35 | Me-ti sagte zu Tu-fu: Besser als "ewig" sage "eine Zeitlang", besser als "ich weiß" sage "ich hoffe", besser als "Ich kann nicht leben ohne dies und das", sage: "Ich kann schwerer leben ohne dies und das." Dann gehst du sicher und machst andere sicherer gehen. | Bertolt Brecht (1898-1956), dt. Dramatiker u. Dichter | ||
| 36 | Keine Gnade mehr mit denen, die nicht erforscht haben und doch reden! |
Redevorbereitung |
Bertolt Brecht, 1898-1956, dt. Schriftsteller und Regisseur | |
| 37 | Beredsamkeit ist die Kunst, so von den Dingen zu sprechen, dass jedermann gern zuhört. |
Beredsamkeit |
Blaise Pascal, 1623-1662, frz. Philosoph, Mathematiker u. Physiker | |
| 38 | Ich merkte auf und horchte - sie reden unwahr! Keiner bereut seine Bosheit, dass er dächte: 'Was habe ich getan!' Ein jeder stürmt dahin in seinem Lauf, wie das Ross in der Schlacht dahinstürmt |
wahrhaftig und glaubwürdig |
Buch Jeremia Bibel-AT | |
| 39 | Wo
es den Rednern an Tiefe fehlt, |
PHRASEN |
Charles de Montesquieu, ca.1689-1755, frz. Staatstheoretiker | |
| 40 | Wenn ich einmal all meine Besitztümer abgeben müßte und dürfte nur einen Besitz behalten, ich würde die Kraft der Rede wählen. Denn mit ihrer Hilfe hätte ich bald alle anderen zurückgewonnen. |
Beredsamkeit |
Daniel Webster, 1782-1852, US-Politiker und Anwalt | |
| 41 | Jede Rede scheint eitel und nichtig, sobald die Tat ihr nicht Nachdruck gibt. |
Rede-Vorbild |
Demosthenes 384 - 322 v. Chr., athenischer Politiker und Redner | |
| 42 | Die Sprache macht den Menschen erst zum Menschen. Wer seine Sprache unvollkommen beherrscht und sich nicht richtig ausdrücken kann, kann auch nicht richtig denken. |
Denken und Reden |
Dietrich Schwanitz, 1940-2004, dt. Literaturwissenschaftler und Autor | |
| 43 | Die schönste Sache in der Welt ist die Redefreiheit. |
Redefreiheit |
Diogenes von Sinope, 399–323 v. Chr, gr. Philosoph | |
| 44 | Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern? Es kann mich doch niemand daran hindern, jeden Tag klüger zu werden. |
wahrhaftig und glaubwürdig |
Dr. Konrad Adenauer 1876 - 1967, deutscher CDU-Politiker. 1. Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland | |
| 45 | Lasset kein faul Geschwätz aus eurem Munde gehen. |
Lauterkeit |
Epheser 4.29 | |
| 46 | Die
Begriffe zu vereinfachen, ist die
erste Tat der Diktatoren |
Sprache |
Erich Maria Remarque, 1898-1970, dt. Autor | |
| 47 | Der Mensch braucht zwei Jahre, um sprechen zu lernen. Und fünfzig, um schweigen zu lernen. |
Reden und Schweigen |
Ernest Hemingway 1899-1961, amerikan. Schriftsteller | |
| 48 | Ein
weises Wort ist jenes, das die
Menschen lehrt |
Pro und Contra |
Euripides, ca. 480-406 v.Chr., gr. Dichter | |
| 49 | Das ist ein guter Vortrag, aus dem man nichts herausnehmen kann, ohne in das lebendige Fleisch zu schneiden. |
REDELÄNGE |
Fénélon | |
| 50 | Niemand kann reden lernen, wer nicht vorher denken gelernt, wer nicht wenigstens einige Begriffe gesammelt und sich in seiner Gewalt hat. |
Denken und Reden |
Johann Gottlieb Fichte, 1762-1814, dt. Philosoph | |
| 51 | Der gute Redner soll einfach sprechen und kompliziert denken – nicht umgekehrt. |
einfach und KLAR |
Franz-Josef Strauß, 1915-1988, dt. Politiker | |
| 52 | Viel
von sich reden kann auch ein |
PERSÖNLICH |
Friedrich Nietzsche, 1844-1900, dt. Philosoph | |
| 53 | Was unsere Deutschen von Herzen sprechen, gleicht ihrem Rheinwein und Pumpernickel, gesund und derb, aber nicht süß. |
Redestil |
Georg Christoph Lichtenberg, 1742-1799, dt. Schriftsteller und Physiker | |
| 54 | Nichts kann mehr zur Seelenruhe beitragen als wenn man überhaupt keine Meinung hat. |
Reden und Denken |
Georg Christoph Lichtenberg, 1742-1799, dt. Schriftsteller und Physiker | |
| 55 | Wenn ich doch Kanäle in meinem Kopf ziehen könnte, um den inländischen Handel zwischen meinem Gedankenvorrate zu befördern! Aber da liegen sie zu Hunderten, ohne einander zu nützen. |
Denken |
Georg Christoph Lichtenberg, 1742-1799, dt. Schriftsteller und Physiker | |
| 56 | Der deutsche Redner trennt sich leichter von seiner Frau als von seinem Rede-Manuskript |
FREIE REDE |
Hans-Olaf Henkel, dt. Industrie-Manager | |
| 57 | Das junge Mädchen sagte: Der Herr muss sehr reich sein, denn er ist sehr hässlich. Das Publikum urteilt in derselben Weise: Der Mann muss sehr gelehrt sein, denn er ist sehr langweilig. Daher Sukzess vieler Deutschen in Paris. |
unterhaltsam |
Heinrich Heine, 1797-1856, dt. Dichter | |
| 58 | Wenn du etwas wissen willst und es durch Meditation nicht finden kannst, so rate ich dir, mein lieber, sinnenreicher Freund, mit dem nächsten Bekannten, der dir aufstößt, darüber zu sprechen. Es braucht nicht eben ein scharf denkender Kopf zu sein, auch meine ich es nicht so, als ob du ihn darum befragen solltest: Nein! Vielmehr sollst du es ihm selber allererst erzählen. |
Brainstorming |
Heinrich von Kleist, 1777-1811, dt. Dichter | |
| 59 | Das
Schlimme an den Rednern ist, dass
sie nicht sagen |
Einfach und klar |
Heinz Erhardt, 1909-1979, deutscher Komiker, Dichter und Schauspieler | |
| 60 | Es ist ein Fluch, in einem Volk als Dichter zu leben, das seine eigene Sprache nicht kennt, nicht liebt, nicht pflegt, nicht schützt. Darum sind die paar Dutzend oder Hundert Deutschen von heute, auf welche dies nicht zutrifft, für uns Dichter unschätzbar. Es gibt in Europa kein andres Land, in dem man Professor, Arzt, Minister, Kult(us)minister, Akademiemitglied, Ehrendoktor, Bürgermeister und Abgeordneter werden kann, alles ohne seine eigene Sprache anständig reden und schreiben zu können. |
Deutsche Sprache |
Hermann Hesse, 1877–1962, dt. Schriftsteller | |
| 61 | Und als ich die deutsche
Sprache vernahm, da ward mir seltsam zumute: Ich meinte nicht anders, als ob das Herz recht angenehm verblute. |
Heinrich Heine | ||
| 62 | delectare et prodesse...:Eine gute Rede muss dem Zuhörer Freude machen und ihm nützen. |
delectare et prodesse |
Horaz 65 - 8 v.Chr., römischer Satiriker und Dichter | |
| 63 | Beredsamkeit: die Kunst, ein Geschäft des Verstandes als ein freies Spiel der Einbildungskraft zu betreiben. |
beredsmkeit |
Immanuel Kant, 1724 - 1804, deutscher Philosoph | |
| 64 | Wer
so redet, dass er verstanden |
Einfach und klar |
Jean Baptiste Molière, 1622-1673, frz. Dramatiker | |
| 65 | Der eine sagt gerne, was er weiß, der andere was er denkt. |
Redekultur |
Jean Paul , 1763 - 1825, deutscher Dichter, Publizist und Pädagoge | |
| 66 | Sprachkürze gibt Denkweite. |
Sprachkürze |
Jean Paul , 1763 - 1825, deutscher Dichter, Publizist und Pädagoge | |
| 67 | Die Schwätzer reden, wovon sie nichts verstehen; die Weisen aber wägen ihre Worte mit der Goldwaage. |
Redekultur |
Jesus Sirach 21, 27 | |
| 68 | An der Rede erkennt man den Mann! |
persönlich |
Jesus Sirach 27.8 | |
| 69 | Ob
du Weisheit und Bildung besitzt,
zeigt sich an |
Bildung |
Jesus Sirach 4.24 | |
| 70 | Alles Gescheite ist schon gedacht worden, man muss nur versuchen, es noch einmal zu denken. |
Zitate |
Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832, dt. Dichter | |
| 71 | Man
sollte alle Tage wenigstens ein
kleines Lied hören, |
Reden |
Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832, dt. Dichter | |
| 72 | Im Anfang war das Wort |
Wort |
Johannes 1,1 | |
| 73 | In
England geht durch Grußworte
und Festreden |
Rede - störung |
Johannes Rau, 1931-2006, dt. Politiker und Bundespräsident | |
| 74 | Was immer Du sagst, sage es kurz, und sie werden es hören, sage es klar, und sie werden es verstehen, sage es bildhaft, und sie werden es im Gedächtnis behalten. |
Redelänge |
Joseph Pulitzer, 1847-1911, ung.-am. Journalist und Zeitungsherausgeber | |
| 75 | Der Kluge zählt seine Wörter, der Dummkopf schüttet sie aus. |
Phrasen und Dummheit |
Jüdische Spruchweisheit | |
| 76 | Ein Narr sagt, was er weiß; ein Weiser weiß, was er sagt. |
Reden und schweigen |
Jüdische Spruchweisheit | |
| 77 | Wenn man von allem nichts versteht, sollte man wenigstens überall mitreden. |
Redekultur |
Kalenderspruch | |
| 78 | Gebt acht, dass euch niemand mit falschen und irrigen Lehren verführt. |
Demagogie |
Kolosserbrief 2.7 | |
| 79 | Eure Rede sei allzeit freundlich und mit Salz gewürzt. |
Unterhaltsamkeit |
Kolosserbrief 4.6 | |
| 80 | Früher war meine Einstellung den Menschen gegenüber: Hörte ich ihre Worte, glaubte ich an ihr Tun. Heute ist es so: Ich höre mir ihre Worte an, dann schaue ich nach ihrem Tun. |
Reden und Handeln |
Konfuzius, 551 - 479 v. Chr., latinisierter Name für Kongfuzi, K'ung-fu-tze | |
| 81 | Der unklare Sprachgebrauch führt über eine Rechtsverunsicherung zum Chaos. |
Einfach und klar |
Konfuzius, 551 - 479 v. Chr., latinisierter Name für Kongfuzi, K'ung-fu-tze | |
| 82 | Suche keine Effekte zu erzielen, die nicht in deinem Wesen liegen. Ein Podium ist eine unbarmherzige Sache – da steht der Mensch nackter als im Sonnenbad. |
authentisch |
Kurt Tucholsky, 1890-1939, dt. Journalist und Schriftsteller | |
| 83 | Feierlichkeit
dient fast immer dazu, |
Phrasen - |
Francois de La Rochefoucauld, 1558–1645 , frz. Kardinal | |
| 84 | Das Leiden aller Schwätzer: Geistige Inkontinenz. |
Geschwätz |
Lothar Peppel, *1964, deutscher Textdichter | |
| 85 | Alles, was von irgendeinem treffend gesagt worden ist, gehört mir. |
Zitate |
Lucius Annaeus Seneca, ca. 4 v. Chr - 65 n. Chr , römischer Politiker, Rhetor, Philosoph und Schriftsteller | |
| 86 | Es gibt zwei Wege mit der Sprache nicht fertig zu werden: Die Phrase und die Verschwierigung. |
Phrase |
Ludwig Marcuse 1894 - 1971, deutscher Philosoph und Literat | |
| 87 | Was sich überhaupt sagen lässt, lässt sich klar sagen; und wovon man nicht reden kann, darüber muss man schweigen. |
Einfach und klar |
Ludwig Wittgenstein, 1889-1951, österr.-brit. Philosoph | |
| 88 | Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt. |
Denken und reden |
Ludwig Wittgenstein, 1889-1951, österr.-brit. Philosoph | |
| 89 | „Herr Bundeskanzler, ich weiß, was Sie sagen wollen“, unterbrach jemand aus der CDU-Fraktion Konrad Adenauer, während dieser noch überlegte und zögerte, etwas zu sagen. „Sonderbar“, verwunderte er sich, „ich weiß im Moment nur, was ich denke. Ob ich das, was ich denke, auch sagen will, dass weiß ich aber noch nicht.“ | Adenauer | ||
| 90 | Ich
lebe - also bin ich. |
Authentisch |
Manfred Grau, *1948, deutscher Betriebswirt und Publizist | |
| 91 | Rhetorik ist die Kunst, Unverständliches feierlich vortragen zu können,dass jeder denkt, der Nachbar verstehe alles. Nur er sei zu dumm. Und damit der Nachbar das nicht merkt, tue er am besten so, als habe er auch alles verstanden.. |
Einfach und klar |
Manfred Rommel, *1928, ehemaliger Stuttgarter Oberbürgermeister | |
| 92 | Wer sich klar ausdrückt, riskiert nicht nur, als ungebildet zu gelten, sondern auch noch, kritisiert zu werden, während die unklare Rede sich dadurch vor Kritik schützt, dass die potentiellen Kritiker nicht so recht wissen, was eigentlich gemeint war. |
Einfach und klar |
Manfred Rommel, *1928, ehemaliger Stuttgarter Oberbürgermeister | |
| 93 | Die Rede hat immer einen Anfang und meistens einen Schluss. Was dazwischen liegt, ist nicht so wichtig. Der Anfang ist verhältnismäßig leicht. Der Redner kann sich beispielsweise dafür entschuldigen, dass er redet, um es dann doch zu tun. Er kann sagen, dass er von der Sache nichts versteht, und dies sogleich unter Beweis stellen. Er kann den Zuhörern auch sagen, warum sie da sind: Wir haben uns heute hier versammelt, um... Die Zuhörer freuen sich immer, wenn ihnen etwas mitgeteilt wird, was sie bereits wissen. |
Einstieg |
Manfred Rommel, *1928, ehemaliger Stuttgarter Oberbürgermeister | |
| 94 | Am schwierigsten bei einer Rede ist der Schluss. Manche versprechen immer wieder, dass sie zum Schluss kommen, halten ihr Versprechen aber nicht. Dies ist nur bis zur dritten Wiederholung reizvoll. Die einfachste Form des Schlusses besteht darin, einfach aufzuhören. |
Schluss |
Manfred Rommel, *1928, ehemaliger Stuttgarter Oberbürgermeister | |
| 95 | Jeder Mensch hält den, der das sagt, was er selber denkt, für intelligent. |
interessant |
Manfred Rommel, *1928, ehemaliger Stuttgarter Oberbürgermeister | |
| 96 | Wir mögen die Menschen, die frisch heraus sagen, was sie denken - falls sie das Gleiche denken wie wir. |
interessant - Selbstbestätigung |
Manfred Rommel, *1928, ehemaliger Stuttgarter Oberbürgermeister | |
| 97 | Wer
das Ohr beleidigt, dringt nicht
zur Seele vor |
Beredsamkeit |
Marcus
Fabius Quintilianus, um 35 bis 96,
römischer Rhetoriker und Schriftsteller | |
| 98 | Reden lernt man durch reden. |
Reden |
Marcus Tullius Cicero 106-43, röm. Redner u. Schriftsteller | |
| 99 | Ich erwarte, dass der vollkommene Redner sich zunächst ein Thema ausfindig macht, womit er sich einer kultivierten Hörerschaft würdig zeigt, bevor er überhaupt einen Gedanken an Sprache und Ausdruck verschwendet. |
Redethema |
Marcus Tullius Cicero 106-43, röm. Redner u. Schriftsteller | |
| 100 | Meine ganze Sorge ist stets darauf gerichtet, dass ich durch meine Rede womöglich etwas Gutes, wo nicht, wenigstens nichts Nachteiliges bewirke. |
Lauterkeit |
Marcus Tullius Cicero 106-43, röm. Redner u. Schriftsteller | |
| 101 | Über
die Zukunft zu reden ist der beste
Vorwand, |
Mut |
Mark Twain 1835 - 1910, US-amerikanischer Erzähler und Satiriker |
|
|
102 |
Eine gute Rede hat einen guten Anfang und ein gutes Ende – und beide sollten möglichst dicht beieinander liegen. |
Redelänge |
Mark Twain 1835 - 1910, US-amerikanischer Erzähler und Satiriker | |
| 103 | Das menschliche Gehirn ist eine großartige Sache. Es funktioniert vom Moment der Geburt an – bis zu dem Zeitpunkt, wo Du aufstehst, um eine Rede zu halten. Studien haben nachdrücklich gezeigt, dass die Angst Nummer eins des Menschen das öffentliche Reden ist. Angst Nummer zwei ist der Tod. |
Redeangst |
Mark Twain 1835 - 1910, US-amerikanischer Erzähler und Satiriker Eric Bergman, kanad. Kommunikationsberater | |
| 104 | Um einen Zufall herbeizuführen, bedarf es vieler Vorbereitung. Um eine gute improvisierte Drei-Minuten-Rede zu halten, benötige ich beispielsweise drei Tage. |
Redevorbereitung |
Mark Twain 1835 - 1910, US-amerikanischer Erzähler und Satiriker |
|
|
105 |
Das menschliche Gehirn ist eine großartige Sache. Es funktioniert vom Moment der Geburt an – bis zu dem Zeitpunkt, wo du aufstehst, um eine Rede zu halten. |
Lampenfieber |
Mark Twain 1835 - 1910, US-amerikanischer Erzähler und Satiriker | |
| 106 | „Sprich über alles – aber nicht über zwanzig Minuten.“ |
Redelänge |
Martin Luther, 1483 - 1546, deutscher Theologe und Reformator | |
| 107 | Eines guten Redners Amt oder Zeichen ist, dass er aufhöre, wenn man ihn am liebsten höret. |
Redelänge |
Martin Luther, 1483 – 1546, deutscher Theologe und Reformator | |
| 108 | Tritt fest auf, mach's Maul auf, hör bald auf. |
Redelänge |
Martin Luther, 1483 – 1546, deutscher Theologe und Reformator | |
| 109 | Sprache gibt es nur dort, wo es Erfahrung, Empfindung, Erlebnis gibt. |
persönlich |
Martin Walser, *1927, dt. Schriftsteller | |
| 110 | Sprache ist immer persönliche Sprache. Sie drückt aus und verrät, wie der, der sich da ausdrückt, gerade fühlt, denkt, meint, irrt – also ist. |
persönlich |
Martin Walser, *1927, dt. Schriftsteller | |
| 111 | Ich sage euch aber, dass die Menschen Rechenschaft geben müssen am Jüngsten Gericht von einem jeglichen unnützen Wort, das sie geredet haben. |
Schweigen und Reden |
Matthäus 12, 36 | |
| 112 | Was zum Munde eingeht, das verunreinigt den Menschen nicht, sondern was zum Munde ausgeht, das verunreinigt den Menschen. |
Lauterkeit |
Matthäus 15.11 | |
| 113 | Deine Sprache verrät Dich... |
persönlich |
Matthäus 26,73 | |
| 114 | Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel. |
Klarheit |
Matthäus 5,37 | |
| 115 | Sage nicht alles, was du weißt, aber wisse alles, was du sagst. |
wahrhaftig und glaubwürdig |
Matthias Claudius, 1740-1815, deutscher Dichter | |
| 116 | Wenn einer einen klaren Gedanken hat, kann er ihn auch ausdrücken." |
Denken und Reden |
Michel Eyquem de Montaigne, 1533 - 1592, französischer Philosoph und Essayist | |
| 117 | Jedem kann es passieren, dass er einmal Unsinn redet; schlimm wird es erst, wenn es feierlich wird. |
Phrasen |
Michel Eyquem de Montaigne, 1533 - 1592, französischer Philosoph und Essayist | |
| 118 | Viele Menschen sind zu gut erzogen, um mit vollen Mund zu sprechen; aber sie haben keine Bedenken, dies mit leeren Kopf zu tun. |
Denken und Reden |
Orson Welles, 1915-85am. Schauspieler, Regisseur & Schriftsteller | |
| 119 | Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. |
Reden und Schweigen |
Oscar Wilde, (1854 - 1900), irischer Lyriker und Dramatiker | |
| 120 | Die Leute bemänteln allerorten schwache Gedanken mit starken Worten. |
Phrasen |
Paul Heyse, 1830-1914, dt. Schriftsteller | |
| 121 | Der Hang der Briten zum hintergründigen Humor äußert sich vor allem bei den Tischreden, beim Gemüsekochen und beim Postraub. |
Tischreden |
Pierre Daninos, 1913–2005, frz. Journalist und Schriftsteller | |
| 122 | Man soll schweigen oder Dinge sagen, die noch besser sind als das Schweigen. |
Reden und Schweigen |
Platon, 427-347 v. Chr., griechischer Philosoph | |
| 123 | Es gibt kein Gebiet, worüber der rednerisch Gebildete vor der Menge nicht überzeugender sprechen könnte als irgendein Fachmann. |
Redenschreiber |
Platon, 427-347 v. Chr., griechischer Philosoph | |
| 124 | Alles Reden ist so voll Mühe, dass niemand damit zu Ende kommt. |
Redekultur |
Prediger Salomo [Kohelet] 1, 8) | |
| 125 | Ob
sich Redner darüber klar sind,
dass 90 Prozent des |
Beifall |
Robert Lembke, 1913 - 1989, deutscher Journalist und Fernsehmoderator | |
| 126 | Jede Zahl in einem Vortrag halbiert die Zahl der Zuhörer. |
Zahlen |
Roman Herzog, *1934, deutscher Staatsrechtler, 6. Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland | |
| 127 | Reden
sind immer schädlich. |
Rede - störung |
Sandro Pertini, 1896-1990, it. Politiker, Staatspräsident | |
| 128 | Wer's nicht einfach und klar sagen kann, der soll schweigen, bis er's klar sagen kann. |
EINFACH UND KLAR |
Sir Karl Raimund Popper, 1902 – 1994,öster.-engl. Philosoph | |
| 129 | Eine gute Rede soll das Thema erschöpfen, nicht die Zuhörer. |
delectare et prodesse |
Sir Winston Churchill, 1874 - 1965, britischer Premierminister | |
| 130 | Rede, dass ich Dich sehe! |
persönlich |
Sokrates, 469-399 v. Chr., gr. Philosoph | |
| 131 | Wo viele Worte sind, da geht es ohne Sünde nicht ab |
Lauterkeit |
Sprüche Salomos 10.19 | |
| 132 | Am
Anfang war das Wort |
Phrase |
Stanislaw Jerzy Lec, 1909 - 1966, polnischer Aphoristiker | |
| 133 | Es genügt nicht, dass man zur Sache spricht. Man muss zu den Menschen sprechen. |
persönlich |
Stanislaw Jerzy Lec, 1909 - 1966, polnischer Aphoristiker | |
| 134 | Wortlawinen rollen gewöhnlich von den Bergen der Dummheit. |
Phrasen |
Stanislaw Jerzy Lec, 1909 - 1966, polnischer Aphoristiker | |
| 135 | Dass man im Leben nicht alles sagt, was man denkt, ist legitim. Das heißt aber nicht, dass man etwas sagt, was man nicht denkt. |
wahrhaftig und glaubwürdig |
Theo Waigel, *1939, deutscher CSU-Politiker | |
| 136 | Die wertvollste aller Fähigkeiten ist die, auf ein zweites Wort verzichten zu können, wo eines genügt. |
Reden und Schweigen |
Thomas Jefferson, 1743 - 1826, 3. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika | |
| 137 | Beim Anhören festlicher Reden entsteht eine besondere Art von Zwangsneurose: Gemeinplatzangst. |
Phrasen |
Ulrich Erckenbrecht, *1947, deutscher Schriftsteller und Aphoristiker | |
| 138 | Wenn man einen Redner sagen hört: "Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll", möchte man ihm am liebsten zurufen: "Möglichst weit hinten." (Conclusions are an important part of every speech - especialy when they come close to the beginning.) |
Redelänge |
Unbekannt | |
| 139 | Getretener Quark wird breit, nicht stark. | Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), dt. Dichter | ||
| 140 | Eines guten Redners Amt oder Zeichen ist, dass er aufhöre, wenn man ihn am liebsten höret und meinet, er werde erst kommen; wenn man ihn aber mit Überdruss und Unwillen höret und wollte gern, dass er aufhörete und zum Ende und Beschluss käme, das ist ein böses Zeichen. Also auch mit einem Prediger; wenn man sagt: "Ich hätte ihm noch wohl länger mögen zuhören", so ist's gut; wenn man aber sagt: "Er war in das Waschen kommen und konnte nimmermehr aufhören", so ist's bös Zeichen. | Martin Luther (1483-1546), dt. Reformator | ||
| 141 | Die brasilianischen Indianer im Mato Grosso haben ein Rezept gegen lange Reden: Der Redner darf nur so lange sprechen, wie er auf einem Bein stehen kann. Der Fortschritt der Zivilisation hat es mit sich gebracht, dass Redner bei uns so lange sprechen dürfen, wie sie sich auf beiden Beinen halten können. | Unbekannt | ||
| 142 | Fasse dich stets kürzer als irgendein Zuhörer zu hoffen wagte. (Always be shorter than anybody dared to hope.) | Reading, Rufus Daniel (1860-1935), brit. Politiker, Lord-Oberrichter, Vizekönig von Indien, Außenmin | ||
| 143 | Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass Du es sagen darfst. |
Redefreiheit |
Voltaire, 1694 – 1778, französischer Philosoph und Schriftsteller | |
| 144 | Nichts ist einfacher, als sich schwierig auszudrücken, und nichts ist schwieriger, als sich einfach auszudrücken. |
Einfach und klar |
Karl Heinrich Waggerl, 1897-1973, österr. Schriftsteller | |
| 145 | Man muss denken wie die wenigsten und reden wie die meisten | Arthur Schopenhauer | ||
| 146 | Verzeih, ich kann nicht hohe Worte machen, und wenn mich auch der ganze Kreis verhöhnt. | Johann Wolfgang von Goethe, Faust, Prolog im Himmel, Mephisto (1749-1832), dt. Dichter | ||
| 147 | Was man ernst meint, sagt man am besten im Spaß |
HUMOR |
Wilhelm Busch, 1832 – 1908, deutscher Zeichner, Maler und Schriftsteller | |
| 148 | „Bitte sprechen
Sie etwas lauter, ich kann kein Wort
verstehen“ ruft jemand aus den
hinteren Reihen. |
Unbekannt | ||
| 149 | Ein Deutscher, ein Franzose und ein Engländer werden in China zum Tode verurteilt. Jeder hat einen letzten Wunsch frei. Der Franzose entscheidet sich für ein Sechs-Gänge-Menü mit Rotwein vor seiner Hinrichtung. Der Deutsche möchte „nocheinmal eine große Rede halten“. Darauf des Engländers letzter Wunsch: „Bevor der Deutsche redet, möchte ich erschossen werden.“ | |||
| 150 | Die Sprache ist gleichsam die äußere Erscheinung des Geistes der Völker. Man kann sich beide nicht identisch genug denken. |
SPRACHE |
Wilhelm von Humboldt, 1767–1835, Sprachwissenschaftler und Bildungsreformer | |
| 151 | Nur Worte und Worte, aus dem Herzen nichts. |
persönlich |
William Shakespeare, 1564 - 1616, englischer Dichter | |
| 152 | In der Kürze liegt die Würze. |
Redelänge |
William Shakespeare, 1564 - 1616, englischer Dichter | |
| 153 | Wenn
alle nur dann redeten, wenn sie
etwas |
Reden und Schweigen |
William Somerset Maugham, 1874-1965, engl. Dramatiker und Arzt | |
| 154 | Gedenke aber, dass die Menschen Rechenschaft geben müssen am Jüngsten Gericht von einem jeglichen unnützen Wort, das sie geredet haben. denn aufgrund deiner Worte wirst du freigesprochen, und aufgrund deiner Worte wirst du verurteilt werden. | Matthäus 12, 36 | ||
| 155 | Im Zweifelsfalle, junger Freund, ist es besser, das Hohe Haus wundert sich, dass Sie nicht gesprochen haben, als dass es sich fragt, warum Sie gesprochen haben. | Benjamin Disraeli auf die Frage eines neuen Unterhausmitgliedes, ob er sich an der Debatte beteiligen solle | ||
| 156 | Wer schweigt, wenn Zeit ist zu reden, gilt zu Recht als Dummkopf. | Aus Ägypten | ||
| 157 | Der Rest ist Schweigen. (The rest is silence) | William Shakespeare (1564-1616), engl. Dramatiker. Die letzten Worte Hamlets, des Prinzen von Dänemark | ||
| 158 | Wenn ich einmal all meine Besitztümer abgeben müsste und dürfte nur einen Besitz behalten, ich würde die Kraft der Rede wählen. Denn mit ihrer Hilfe hätte ich bald alle anderen zurück gewonnen. | Gabe der Rede | Daniel Webster, US-Politiker und Anwalt | |
| 159 | Poeta nascitur, orator fit. Ein guter Redner ist ein Mann, der mit einem Vortrag über die Kunst des Zwiebelschälens einen vollen Saal zum Weinen bringen kann.
Ein Priester, der das Einleitungsgebet
auf dem Kirchentag sprach: "Oh
Herr", sagte er, "gib dem
ersten Redner die Kraft, alle zu inspirieren.
Herr, hilf dem zweiten Redner, allen
hier Versammelten seine Botschaft zu
vermitteln. Und Herr, wir bitten dich,
hab Erbarmen mit dem letzten Redner." Der Geist ist es, der den Redner macht. (Pectus est, quod disertos facit.) |
Redner | Horaz Edouard Herriot (1872-1957), frz. Politiker (Radikalsozialist), 1924/25 u. 1932 Ministerpräs., 1947-54 Präs. d. Nationalvers. Marcus Fabius Quintilianus (um 35 - um 100), röm. Rhetoriklehrer | |
| 160 | Rednerkunst (ars oratoria) ist, als Kunst sich der Schwächen der Menschen zu seinen Absichten zu bedienen (diese mögen immer so gut gemeint, oder auch wirklich gut sein, als sie wollen), gar keiner Achtung würdig. Beredsamkeit: die Kunst, ein Geschäft des Verstandes als ein freies Spiel der Einbildungskraft zu betreiben. |
Redekunst, Beredsamkeit | Immanuel Kant | |
| 161 | Der ganze Unterschied zwischen einem Redner und irgendeinem anderen Künstler, Poeten oder Bildhauer, besteht darin, dass der Bildhauer uns überzeugen will, dass er ein Bildhauer ist, während die Absicht des Redners dahin geht, uns weiszumachen, dass er kein Rhetoriker ist. | Gilbert Keith Chesterton (1874-1936), engl. Kriminalschriftsteller | ||
| 162 | Eine Rede ist wie eine Liebesaffäre: Jeder Dummkopf kann damit anfangen. Sie zu Ende zu bringen, erfordert einige Geschicklichkeit. | Redeschluss | Marcello Malpighi, (1628 - 1694), italienischer Anatom | |
| 163 | Gedanken sind nicht
stets parat, Oft ist das Denken schwer indes |
Sprache und Denken | Wilhelm Busch | |
| 164 | Gewöhnlich
glaubt der Mensch wenn er nur Worte hört, es müsse sich dabei doch auch was denken lassen! |
Johann Wolfgang von Goethe | ||
| 165 | Nicht
Schwert, nicht Giftgebräu wird dermaleinst dich töten, Kein schleichend Zipperlein samt Hals- und Lungennöten. Ein Schwätzer bringt dich um, fällst du ihm einst zur Beute; Drum, wirst du groß, sei klug: flieh redewütge Leute! |
Geschwätzigkeit | Horaz (65 - 8 v.Chr.), eigentlich Quintus Horatius Flaccus, römischer Satiriker und Dichter, "Sermones I/9" | |
| 166 | Das Reden tut dem Menschen
gut Wenn man es nämlich selber tut Von Angstprodukten abgesehn Denn so etwas bekommt nicht schön Die Segelflotte der Gedanken Wie fröhlich fährt sie durch die Schranken Der aufgesperrten Mundesschleuse Bei gutem Winde auf die Reise Und steuert auf des Schalles Wellen Nach den bekannten offnen Stellen Am Kopfe, in des Ohres Hafen Der Menschen, die mitunter schlafen. |
Wilhelm Busch (1832-1908), dt. Schriftsteller, Maler u. Zeichner | ||
| 167 | Die
zwei Glocken wurden eingeholt. Der Herr Pfarrer hielt eine Rede, der Herr Bürgermeister auch. Dann wurden beide aufgehängt. Seitdem ist es in unserem Dorf viel schöner. |
Aus dem Schüleraufsatz "Die Weihe der neuen Kirchenglocken": | ||
| 168 | Ein Mensch, der, wie
gelebt zu haben man wünscht, gelebt hat, wird begraben. Und zwar bei 20 Grad, im Jänner: Der Frost steigt in die Knie der Männer. Der Pfarrer sagt, ein schlichter Greis was er seit gestern flüchtig weiß Die Männer wissen´s lange schon Auch steht´s in jedem Lexikon. Ein alter Freund, ein beinah blinder, liest mühsam ab aus dem Zylinder samt den Verdiensten, den erworbnen die nähern Daten des Verstorbnen. Die Liebe höret nimmer auf: ein dritter gibt den Lebenslauf Ein völlig unbekannter Mann Spricht lang, obwohl er es nicht kann. Ihm folgt ein weitrer Wortewürger Aus Tupfing, für den Ehrenbürger. Ein Dichter ohne Gnade spricht Ein lang nicht endendes Gedicht Noch länger spricht ein Mann, der klagt Vorredner hätten´s schon gesagt. Und viele stehn noch da mit Kränzen Bereit, rhetorisch hier zu glänzen Sein Leben lang geliebt wird fast Der Mensch im Grabe jetzt gehasst |
Geschwätzigkeit - Begräbnisreden | Eugen Roth | |
| 169 | Wenn die Worte nicht
stimmen, dann ist das, was gesagt wird,
nicht das Gemeinte. Wenn das, was gesagt
wird, nicht das Gemeinte ist, dann
sind auch die Taten nicht in Ordnung.
Sind die Taten nicht in Ordnung, so
verderben die Sitten. Verderben die
Sitten, so wird die Justiz überfordert. Wird die Justiz überfordert, so weiß das Volk nicht, wohin es sich wenden soll. Deshalb achte man darauf, daß die Worte stimmen. Das ist das Wichtigste von allem. |
Glaubwürdigkeit und Wahrhaftigkeit | Konfuzius (551 - 479 v. Chr.) | |
| 170 | Der Nachwuchsreporter einer kleinen Lokalzeitung erhält den Auftrag, den bevorstehenden Wahlkampf zum Stadtparlament zu beobachten. Der junge Mann ist selbstkritisch genug, an seiner Erfahrung zu zweifeln. Er besucht einen pensionierten Kollegen, der den Job jahrzehntelang gemacht hat. "Wie kann ich erkennen, ob einer dieser Politiker lügt oder nicht?" "Ganz einfach", doziert der Oldtimer, "achte vor allem auf ihre Körpersprache. Wenn er sich übers Haar streicht, sagt er die Wahrheit. Wenn er sich an der Nase kratzt - alles wahr. Wenn er ständig die Brille abnimmt und wieder aufsetzt - okay. Aber wenn er den Mund aufmacht und die Lippen bewegt……….." | Unbekannt | ||
| 171 | Ich verfluche alle negativen
Purismen, dass man ein Wort nicht brauchen soll in welchem eine andere Sprache Vieles oder Zarteres gefasst hat. |
Sprachschützer | Goethe | |
| 172 | Die Sprache zugleich reinigen und bereichern ist das Geschäftder besten Köpfe. | Goethe | ||
| 173 | Nehmt Eure Sprache ernst! Wer es hier nicht zu dem Gefühl einer heiligen Pflicht bringt, in dem ist nicht einmal der Keim für eine höhere Bildung vorhanden. |
Friedrich Nietzsche (1844 - 1900) | ||
| 174 | Jedem kann es passieren,
dass er mal Unsinn redet; schlimm wird
es erst, wenn er es feierlich tut. |
Redepathos | Michel de Montaigne (1533-92), frz. Schriftsteller, Essayist u. Philosoph | |
| 175 | Er ist Ehrengast auf einem Bankett des Bürgermeisters. Als der Kaffee serviert wird, nimmt der Bürgermeister den Premierminister zur Seite und flüstert ihm ins Ohr: "Wollen Sie, dass die Leute sich weiter amüsieren, oder wollen Sie jetzt Ihre Rede halten?" | Chamberlain | ||
| 176 | Tritt fest auf, mach’s Maul auf, hör bald auf. | Redestil | Martin Luther | |
| 177 | Ein Mensch sitzt kummervoll
und stier vor einem weißen Blatt Papier. Jedoch vergeblich ist das Sitzen – Auch wiederholtes Bleistiftspitzen schärft statt des Geistes nur den Stift. Selbst der Zigarre bittres Gift, Kaffee gar, kannenvoll geschlürft, den Geist nicht aus den Tiefen schürft, darinnen er, gemein verbockt, höchst unzugänglich einsam hockt. Dem Menschen kann es nicht gelingen, ihn auf das leere Blatt zu bringen. Der Mensch erkennt, dass es nichts nützt, wenn er den Geist an sich besitzt, weil Geist uns ja erst Freude macht, sobald er zu Papier gebracht. |
Arbeiter der Stirn | Eugen Roth, Redevorbereitung | |
| 178 | Die
besten Reden sind die, die nicht
gehalten werden. Die |
Reden und Schweigen |
Willy Brandt, 1913 - 1992, deutscher SPD-Politiker, 4. Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland |
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